Heizkraftwerk über Stunden außer Betrieb - Heizungen seit dem Nachmittag wieder in Betrieb

Zwickau (dapd). Bewohner von über 5.000 Haushalten haben am Samstag im Zwickauer Stadteil Neuplanitz (Sachsen) ohne Heizung und Warmwasser auskommen müssen. Grund war ein Totalausfall eines Heizkraftwerkes in den frühen Morgenstunden, wie der Geschäftsführer der Zwickauer Energieversorgung, Volker Schneider, auf dapd-Anfrage mitteilte. Erst am Nachmittag konnte das Heizkraftwerk wieder hochgefahren werden. Die Ursache für den Ausfall ist derzeit noch unklar. Ob kürzlich durchgeführte Wartungsarbeiten in dem Kraftwerk zu dem Ausfall führten, konnte Schneider nicht sagen.

40 der 910 Flüge gestrichen

Frankfurt/Main (dapd). Trotz der nachlassenden Schneefälle ist es auch am 1. Weihnachtsfeiertag zu großen Behinderungen am Frankfurter Flughafen gekommen. 40 der 910 Flüge mussten gestrichen werden, viele Maschinen hatten Verspätungen von bis zu zwei Stunden, wie ein Flughafensprecher am Samstag auf Anfrage mitteilte. Vor allem das oft notwendige Enteisen der Flugzeuge behindere den Betrieb. Bis zum frühen Nachmittag mussten mehr als 100 Maschinen vor dem Start enteist werden. Mit Verspätungen müssten die Passagiere den ganzen Samstag über rechnen, hieß es.

Nur 29 Prozent dagegen

München (dapd). Geht es nach den Bundesbürgern, sollte FDP-Chef Guido Westerwelle sein Parteiamt abgeben. 49 Prozent der Deutschen sprachen sich in einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" für einen Rücktritt des Liberalen aus. 29 Prozent waren dagegen. Vor allem die Anhänger der Grünen und der Linkspartei plädierten mit je 68 Prozent für den vorzeitigen Abgang Westerwelles als Parteichef.

Unter den Wählern des Koalitionspartners CDU/CSU wollten 51 Prozent einen Rücktritt des Außenministers vom FDP-Parteivorsitz. Bei den Anhängern der SPD waren es 59 Prozent. Nur unter den Anhängern der FDP sprach sich mit 77 Prozent eine deutliche Mehrheit für seinen Verbleib im Amt aus. 14 Prozent waren für die Demission.

Das Forschungsinstitut TNS Emnid befragte 1.002 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger.

Die 47-Jährige starb trotz sofort eingeleiteter Notfallmaßnahmen noch am Unfallort

Gelsenkirchen (dapd). Durch einen herabstürzenden Ast ist eine Frau in Gelsenkirchen tödlich verletzt worden. Wie die Polizei an Heiligabend mitteilte, hielt sich die Frau am Nachmittag im Stadtwald auf und wurde von einem herabstürzenden Ast getroffen, der vermutlich wegen der hohen Schneelast abgebrochen war. Die 47-Jährige starb trotz sofort eingeleiteter Notfallmaßnahmen noch am Unfallort.

Die Polizei Gelsenkirchen bat aus diesem Grund die Bürger eindringlich darum, die Waldgebiete in der Stadt nicht aufzusuchen. Aufgrund der enorm hohen Schneelast sei mit dem Umstürzen weiterer Bäume zu rechnen.

Einschränkungen im Schienenverkehr vor allem in Norddeutschland

Berlin (dapd). Schnee und Eis haben vielen Bahnreisenden die Weihnachts- oder Urlaubsplanung durchkreuzt. Wegen Zugausfällen und Verspätungen kamen Bahnkunden vor allem im Norden Deutschlands an Heiligabend nicht mehr rechtzeitig zu ihren Familien oder Freunden. Schneeverwehungen und Eisregen behindern den Regionalverkehr vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und in Niedersachsen sowie im Norden Sachsen-Anhalts.

Bereits in der Nacht zu Freitag war die Bahnstrecke Hannover-Berlin wegen Oberleitungsschäden durch Vereisung stundenlang blockiert. Sperrungen gab es am Freitag auch auf den Routen Hamburg-Hannover und Magdeburg-Hannover. An Abend konnten Fahrgäste wieder zwischen Braunschweig und Magdeburg reisen. Allerdings traten nach Auskunft der Bahn wegen stark vereister Oberleitungen erhebliche Störungen auf.

Auf der Ostseeinsel Rügen wurde der Zugverkehr völlig eingestellt. Wegen schlechter Straßenverhältnisse war auch laut Bahn ein Ersatzverkehr nicht möglich. Auch zwischen Stralsund und Pasewalk, Teterow und Neubrandenburg sowie auf der Strecke Dahlenburg-Dannenberg ruhte der Zugverkehr. Auch hier konnte die Bahn keinen Ersatzverkehr einrichten. Zwischen Rostock und Stralsund nervten hohe Verspätungen die Bahnkunden. Auch auf anderen Strecken waren Verspätungen und Zugausfälle die Regel.

In Brandenburg mussten Reisende ab Heiligabend Zugausfälle auf den Linien RE 2 (Berlin-Calau-Cottbus) und RB 13 (Berlin-Wustermark) hinnehmen. Ab Berlin-Südkreuz fuhren am Abend Busse nach Cottbus/Calau.

In Sachsen-Anhalt fielen ebenfalls mehrere Regionalverbindungen durch Schneeverwehungen und Oberleitungsstörungen aus. Zwischen Stendal und Salzwedel gab es bis zum Betriebsschluss am Freitag nur Busersatzverkehr. Auch zwischen Mücheln und Querfurt mussten Fahrgäste auf Busnotverkehr umsteigen. Weder Bahn noch Busse verkehrten zwischen Bernburg und Calbe (Saale) Ost sowie zwischen Merseburg und Scharfstädt.

Viele Orte nicht erreichbar

Rügen (dapd). Kräftige Schneefälle von über 40 Zentimetern und Sturm bis Windstärke 6 haben am Freitag den Verkehr auf der Insel Rügen nahezu komplett lahmgelegt. Nach Angaben der Polizei war zeitweise nur noch die Hauptverkehrsstraße B 96 von Stralsund über die Rügenbrücke bis Bergen befahrbar. "Auf fast allen kleineren Straßen war bis zum Nachmittag kaum noch ein Durchkommen", sagte ein Polizeisprecher. Er riet Inselbewohnern und Gästen dringend dazu, das Auto am Heiligabend stehen zulassen. Vor allem im Inselnorden und auf der Halbinsel Wittow blockierten meterhohe Schneeverwehungen den Verkehr.

Die gesamte Räumtechnik sei im Einsatz, sagte Mario Remos von der Straßenmeisterei Bergen. Zur Unterstützung von Räumfahrzeugen seien inzwischen auch eine Schneefräse, eine Schneeschleuder und speziell ausgerüstete Traktoren von Landwirten im Einsatz. Nicht nur abgelegene Orte, sondern auch die meisten Kreisstraßen würden schon wenige Minuten nach der Räumung wieder zugeweht. Hinzu kämen stecken gebliebene Fahrzeuge, die den Winterdienst massiv behinderten.

Das Technische Hilfswerk (THW) wurde bereits in der Nacht alarmiert und im Tagesverlauf durch Kräfte vom Festland verstärkt. Einsatzleiter Heiko Blath sagte, dass inzwischen auch ein Kettenfahrzeug des Havariekommandos in Fahrt gesetzt wurde. Zwischen Gingst und Bergen bargen THW-Helfer einen in einer Schneewehe festgefahrenen Rettungswagen mit einem Notfallpatienten. In einem weiteren Hilfseinsatz wurden Dialysepatienten mit schwerer Räumtechnik von Sagard ins Krankenhaus Bergen gebracht.

Auch die Bahn kam mitten im Weihnachtsurlauberverkehr zum Stehen. Auf Rügen gehe so gut wie nichts mehr, sagte Bahnsprecher Burkhard Ahlert. Die Bahn versuche Schneepflüge auf die Insel zu bringen, um den Betrieb am Abend wieder in Gang zu bringen. Wegen der katastrophenartigen Wetterlage fiel auf Rügen der sonst übliche Endspurt im Weihnachtseinkauf kurz vor Heiligabend komplett aus. Auch die Einkaufszentren seien wie leer gefegt, weil Kunden gar nicht bis auf die Parkplätze vordringen könnten, sagte ein Filialleiter einer großen Einkaufskette. Viele Urlauber, die in den letzten Stunden anreisten, hätten sich offenbar nicht mehr mit dem Nötigsten versorgen können.

Nach Angaben der Meteorologen ist gegen Abend mit einer Wetterberuhigung zu rechnen. Nachdem die heftigen Schneefälle aufgehört hätten, werde nun auch der Wind schwächer, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes.

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